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Neben dem „Allgemeinen Programm“ haben wir drei Buchreihen, die jeweils von Tobias Wimbauer herausgegeben werden. Alle drei Reihen können im „Abo“ bezogen werden (Dauersubskription). Jedes Abo gibt uns Planungssicherheit — und Ihnen tolle Bücher. Schreiben Sie an verlag@eisenhutverlag.de und Sie bekommen die gewünschten Titel sofort nach Erscheinen übersandt, auf Wunsch auch signiert und gewidmet.


In der Reihe Bibliotope erscheinen 4-5 Titel pro Jahr, die im weitesten Sinne mit Büchern zu tun haben, dabei auch die auf 7 Bände angelegte Kulturgeschichte des Morbiden von Eric W. Steinhauer. Die Bände kosten zwischen 6,90 € und 19 €.

1.    Eric W. Steinhauer : Vampyrologie für Bibliothekare – Eine kulturwissenschaftliche Lektüre des Vampirs (2011, 1. und 2. Auflage, 104 Seiten mit 20 z.T. farbigen Abbildungen, € 12,90)
2.    Petra Gust-Kazakos : Ganz weit weg, Leselust und Reisefieber
. (2010, 156 Seiten, € 16,90)
3.    Ausweitung der Bücherhöhle. Fünf Interviews mit Tobias Wimbauer von Martin Böcker, Frank Fischer, Nicole Rensmann, Andreas Schneider und André Seelmann
(2010, 64 Seiten, EUR 8,90)
4.    Timo Kölling : Ernst Jünger und die Nichtvergesslichkeit. Der Autor als Schrift.
(2011, 68 Seiten, 9,90 EUR)
5.   
in Vorbereitung: Gregor Meder: Über Listen
6.    Tobias Wimbauer (Hg.) : Ernst Jünger in Paris: Ernst Jünger, Sophie Ravoux, die Burgunderszene und eine Hinrichtung.
Mit Beiträgen von Felix Johannes Enzian, Henning Ritter, Alexander Rubel, Jörg Sader und Tobias Wimbauer. (2011, 136 Seiten, 12,90 EUR)
7.    Martin Thoemmes: Kann noch Heimat sein?  Variationen zu den letzten von Martin Heidegger niedergeschriebenen Worten
Mit einem Geleitwort von Karl Kardinal Lehmann.  (2012, 56 Seiten, EUR 8,90)
8.   
In Vorbereitung: Eric W. Steinhauer : Theorie und Praxis der Bibliotheksmumie.   Überlegungen zur Eschatologie der Bibliothek.  (2012, ca. 100 Seiten, € 12,90)
9.   
in Vorbereitung: Mirko Kussin | Tobias Wimbauer: Hundert Dinge. (2012, ca. 150 Seiten, ca. 14,90 €)


Die Reihe Küchenbord. Eine Reihe gastrosophischer Bücher widmet sich dem Essen und Trinken. In dieser Reihe erscheinen 1 bis 2 Bücher im Jahr, die zwischen 9,90 € und 16,90 € kosten.

1. Mario Scheuermann: Wortklaubereien. Von »Serviertöchtern« und »Restaurant–Bären« – ein gastronomisch-kulinarisches Sammelsurium der deutschen Sprache aus drei Jahrhunderten. Illustriert von Michaela von Aichberger (2010, 104 Seiten, EUR 9,90).

2. In Vorbereitung: Tobias Wimbauer »Ich hüpf‘ dann mal in die Küche« Wimbauer kocht : Die Rezepte. Illustriert von Susanne Schattmann (2012, ca. 100 Seiten, ca. 16,90 €)


Noch ganz jung ist die Reihe Nachtseite, in der jedes Jahr 1-2 Traumtagebücher erscheinen sollen (die jeweils um die 9,90 € kosten)

1. Pelle Felsch: Scheiße, Kannibalen! Oder: Die Nacht der reitenden Köpfe (2012, 100 S., € 9,90)

2. in Vorbereitung: Traumtagebuch von Timo Kölling

3. in Vorbereitung: Traumtagebuch von Tobias Wimbauer

Hundert Dinge

Im Frühjahr 2012 erscheint:

Mirko Kussin | Tobias Wimbauer: Hundert Dinge.
Hagen-Berchum : Eisenhut Verlag, 2012, ca. 160 Seiten, ISBN 978-3-942090-20-9, Br., ca. 14,90 € (= Bibliotope, Band 9)

Hundert Dinge

Mirko Kussin (*1974): mirko tobias kussin : geboren im januar 1974 in recklinghausen : dann das übliche : schule : abi : zivildienst : ausbildung zum tischler : studium der architektur : abbruch : studium der komparatistik und politikwissenschaften : dann das unübliche : seit 2007 schrebergärtner : seit 2008 verheiratet : denkt und schreibt in einer pr-agentur : punkt :http://sprachrhythmus.wordpress.com/

Tobias Wimbauer, *1976 in Überlingen, Antiquar in Hagen. Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a. Personenregister der Tagebücher Ernst Jüngers (1999, ²2003, ³2010), Anarch im Widerspruch (2004, ²2010), Lagebericht und andere Erzählungen (2008), Ausweitung der Bücherhöhle. Fünf Interviews mit Tobias Wimbauer von Martin Böcker, Frank Fischer, Nicole Rensmann, Andreas Schneider und André Seelmann (2010), Ernst Jünger in Paris (2011).- Als Herausgeber: Friedrich Helms: Tagebuch Wilhelmshorst 1945. Mit einem Vorwort von Walter Kempowski (2009), Friedrich Helms: Tagebuch Wilhelmshorst 1946/1947 (2010), „Das Luminar. Beiträge zu Leben und Werk der Brüder Ernst und Friedrich Georg Jünger“ (2003 ff.), Küchenbord. Eine Reihe gastrosophischer Bücher (2010 ff.), Bibliotope (2010 ff.).

Am 15. Dezember 2011 ist erschienen:

Pelle Felsch:  Scheiße, Kannibalen! Oder: Die Nacht der reitenden Köpfe.  Notizen aus dem Traumtagebuch.
Hagen-Berchum: Eisenhut-Verlag, Dezember 2012, 100 Seiten, 9,90 EUR, ISBN 978-3-942090-11-7

(= Nachtseite. Aus Traumtagebüchern. Band 1, Herausgegeben von Tobias Wimbauer)

Jetzt bestellen (auf Wunsch vom Autor und vom Herausgeber signiert und oder gewidmet)

Ich erwache bei N. in einem Ohrensessel. Ein Traum im Traum. Ich lache. N. sieht mich an und lacht ebenfalls. Er wedelt mit einer Injektionsspritze vor meiner Nase. »Na, noch einen kleinen Schuss? Oder darf’s auch was Härteres sein?« In der anderen Hand wiegt er lockend einen stupsnasigen, vernickelten Revolver. Ich lache glockenhell, greife nach der Waffe, presse die kühle Mündung an meine Schläfe und drücke ab.

Pelle Felsch: Scheisse, Kannibalen

Pelle Felsch: Scheisse, Kannibalen

Der Autor: Pelle Felsch wurde 1968 [unter dem bürgerlichen Vornamen ‚Peter‘] in Hagen in Westfalen geboren. Nach der üblichen Schullaufbahn machte er 1990 sein Abitur und studierte Filmwissenschaften, Germanistik, Anglistik und Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum. Mehrere Praktika bei Film- und Fernsehproduktionen schlossen sich an, sowie zahlreiche Seminare und Workshops. Es folgten verschiedene Reisen durch innere und äußere Welten, finanziert durch Jobs wie Taxifahrer, Trommler, Gaukler, Pathologieassistent, Comichändler, Rockmusiker, Kunstmaler und Illustrator, Warmwalzer, Kaltwalzer, Videothekar, Herausgeber eines Magazins und Betreuer von psychisch Kranken und geistig Behinderten. Zur Zeit schreibt er vorwiegend filmhistorische Booklet-Texte für DVDs von B-Filmen aus den 60er und 70er Jahren, betreibt in einem Hagener Programmkino einen Filmclub und arbeitet als Sprecher und Texter für eine monatliche Radiosendung. Ein Roman ist in Arbeit.

Pelle Felsch

Pelle Felsch

Am 15. Dezember 2011 ist erschienen:

Martin Thoemmes: Kann noch Heimat sein?

Variationen zu den letzten von Martin Heidegger niedergeschriebenen Worten
Mit einem Geleitwort von Karl Kardinal Lehmann

Hagen-Berchum 2012: Eisenhut Verlag, 56 Seiten, Br., ISBN 978-3-942090-16-2, EUR 8,90

(Bibliotope, herausgegeben von Tobias Wimbauer, Band 7)

JETZT BESTELLEN (auf Wunsch vom Herausgeber signiert)

Thoemmes

Thoemmes

Ist Heimat ein Begriff der Rechten, ein Begriff der Vertriebenen oder etwas fürs Musikantenstadl? Oder ist Heimat in der Sprache, ist Geborgenheit. Was ist Heimat in der Moderne und warum schreibt Heidegger von Messkirch als Heimat und war so selten dort? Eine Klärung.

Den Blick auf die Texte zum Thema Heimat von Martin Heidegger finde ich außerordentlich lohnend. Deshalb bin ich Martin Thoemmes dankbar, der sich mit den letzten niedergeschriebenen Worten Heideggers, die sich ausdrücklich dieser Frage stellen, beschäftigt. Dem kleinen Band wünsche ich eine gute Aufnahme.
Karl Kardinal Lehmann

Der Autor :

Der Autor: Martin Thoemmes war nach seinem Studium in Freiburg und Wien tätig beim Stuttgarter Verlag Klett-Cotta, als Wissenschaftlicher Redakteur im Lübecker Amt für Archäologische Denkmalpflege und in der Ostsee-Akademie. Er war bzw. ist freier Autor (u.a. FAZ und Rheinischer Merkur) und Ghostwriter. Er schrieb u.a. zwei Bücher über seine Heimatstadt Lübeck sowie wissenschaftliche Artikel für Personenlexika. Im Eisenhut Verlag erschien zuletzt seine Biographische Notiz über Leonhard Fischer im Band „Anarch im Widerspruch“. Thoemmes veröffentlichte 2011 zusammen mit Welf Böttcher eine Biographie über den Industriellen und Volkswirtschaftler Heinrich Dräger. Er ist seit 2008 ständiger Mitarbeiter der Zeitschrift „Betonprisma. Beiträge zur Architektur“ und schreibt derzeit an einer Geschichte des Gedenkens an vier Lübecker Geistliche beider großer Konfessionen, die am 10. November 1943 von der NS-Justiz hingerichtet wurden.

Martin Thoemmes

Martin Thoemmes

Ernst Jünger in Paris

Am 12. Oktober erschienen:

Tobias Wimbauer (Hg.) : Ernst Jünger in Paris
Ernst Jünger, Sophie Ravoux, die Burgunderszene und eine Hinrichtung

Mit Beiträgen von Felix Johannes Enzian, Henning Ritter, Alexander Rubel, Jörg Sader und Tobias Wimbauer
Hagen-Berchum: Eisenhut-Verlag, Oktober 2011, 136 Seiten, 12,90 EUR, ISBN 978-3-942090-13-1
(= Bibliotope. Band 6, Herausgegeben von Tobias Wimbauer)

Jetzt bestellen (auf Wunsch vom Herausgeber signiert)

»Doch will ich Ihnen ein offenes Geständnis machen: ich kann ihn [den Boten] nicht wieder sehen. Warum? Der Grund ist lächerlich: Er hat mich mit lebhafter Eifersucht erfüllt. Und das ist doch wirklich nicht angemessen – ich muss Ihre Gegenwart entbehren und soll dann noch eifersüchtig sein. Nein, schreiben Sie mir auch keine Briefe mehr, senden Sie mir keine Notizbücher – die rote Farbe brennt mich beim Anblicke. Doch wirken Sie für mich als mein guter Geist.«

Ernst Jünger an Sophie Ravoux, 10. Januar 1946

Inhalt:

Tobias Wimbauer: Kelche sind Körper
Henning Ritter: Kristallisation
Tobias Wimbauer: Abermals Burgunderszene
Felix Johannes Enzian: Der Tiger maskiert das Lämmchen
Felix Johannes Enzian: Vom unwilligen Beobachter zum distanzierten Betrachter
Alexander Rubel: Verminte Brücken über die Seine
Jörg Sader: Nachwort

Jünger in Paris

Jünger in Paris

Jünger in Paris

Jünger in Paris

Druckfrisch, am 31. August 2011 erschienen:

Konrad Weiss

Konrad Weiss

Konrad Weiß: Das unstillbare Herz. Ein Lesebuch
Ausgewählt, herausgegeben, mit einer Einleitung und einem Kommentar von Timo Kölling

Hagen-Berchum : Eisenhut Verlag, 2011, 216 S., br., 21,90 € ISBN 978-3-942090-12-4

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Botho Strauß hat den schwäbischen Dichter Konrad Weiß (1880-1940) einen »erratischen Brocken der Literatur« genannt, dem »stets auch nur der aus allgemeiner Leserschaft Abgeirrte begegnen« wird. Es wäre denn auch nicht ganz richtig, das Werk dieses »Mystiker-Dichters« und »sprödsprechenden Nachfahren der Böhme, Tauler und Baader« (Strauß) als ein vergessenes zu bezeichnen, das es wiederzuentdecken gilt. Es ist nie entdeckt gewesen. Eine Öffentlichkeit, aus deren Blickfeld er hätte verschwinden können, hat sich für den katholischen Einzelgänger nie interessiert. Zwar hat Weiß seine wenigen Bücher stets in namhaften Verlagen veröffentlichen können, ist posthum eine vierbändige Gesamtausgabe seines dichterischen Werks erschienen. Doch nur aufnahmebereite, das Schwierige und nicht auf Anhieb Verständliche nicht scheuende Einzelne, zu denen Rudolf Borchardt und Carl Schmitt gehörten, haben sich von dem wundersam-dichten, eigen- und einzigartigen Hauch seiner Sprache und seiner Botschaft anwehen lassen. Darauf beruht die untergründige und noch zu rekonstruierende Wirkung des Lyrikers, der zugleich Kunsthistoriker und Landschaftsdeuter, Laientheologe und Geschichtsphilosoph gewesen ist. Anders als die Auswahlbände von Friedhelm Kemp (Spuren im Wort, 1951) und Norbert Hummelt (Eines Morgens Schnee, 2005), in denen allein das lyrische Werk Berücksichtigung fand, gibt dieses Lesebuch ein in sechs Werkkreisen sich entfaltendes Bild des Weiß`schen Gesamtwerks, dessen Gehalt und innere Konstruktion zu erschließen zudem das Ziel eines den Werkauszügen folgenden interpretierenden Kommentars ist. Im Mittelpunkt steht dabei der Einfluß, den zentrale Motive und Begriffe der Weiß`schen Geschichts- und Weltauffassung, etwa der »Hauch«, das »Wort« und die »Schrift«, das »Bild«, die »Zelle« und das »Epimetheische«, auf das Denken von Carl Schmitt ausgeübt haben.

Im Frühjahr 2012 erscheint bei uns:

Eric W. Steinhauer : Theorie und Praxis der Bibliotheksmumie. 

Überlegungen zur Eschatologie der Bibliothek.

Hagen-Berchum : Eisenhut Verlag, 2012, ca. 100 Seiten, € 12,90, Broschur ISBN 978-3-942090-17-9 (Bibliotope, herausgegeben von Tobias Wimbauer, Band 8 )

Bibliotheksmumie

Bibliotheksmumie

In der überaus reichen Mumienliteratur kommt die Bibliotheksmumie als eigenständiges Phänomen nicht vor. Dabei steht sie für eine epochenübergreifende kulturelle Praxis, die jenseits des Schaurig-Kuriosen und bloß Sensationellen in produktiver Metaphorik die treibenden Kräfte des bibliothekarischen Sammelns freilegt. Vor allem aber verkörpert die Bibliotheksmumie nichts weniger als den absoluten Endpunkt von Bibliotheken überhaupt, die sich in letzter Konsequenz als ein eschatologisches Unternehmen erweisen.


[Photo: Wikipedia]

Dr. jur. Eric W. Steinhauer, geboren 1971 in Unna, ist Dezernent an der Universitätsbibliothek Hagen. In der Reihe Bibliotope widmet er sich den bibliothekarischen Aspekten der Kulturwissenschaft des Morbiden. Zuletzt erschien dort in 2. Auflage seine »Vampyrologie für Bibliothekare«. Die »Bibliotheksmumie« ist Thema der Halloween-Lecture 2011 am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Pony

Palzer : Pony

Palzer : Pony

Thomas Palzer : Pony. Geschichte
Hagen-Berchum : Eisenhut Verlag, 2011, 2. Auflage, 140 Seiten, Br., ISBN: 978-3-942090-14-8, EUR 13,90
»Mehr als ‘Pony’ mag man ohnehin nicht von einem Autor erwarten.«
Karl Bruckmaier, Süddeutsche Zeitung

»Den jüngsten Beweis dafür, dass Münchner Literatur zur Zeit führend ist, hat Thomas Palzer geliefert mit Pony … Wie Drogenträume ziehen die Bilder vorbei.«
Helmut Krausser, Vogue

»Wenn ich in meine Vergangenheit hinabsteige, zu der siedenden Welt, die tief in mir ruht, dann erkenne ich, dass Tanja vor allem die Komplizin meiner Fiktionen war.«
»Pony. Geschichte« ist das Manifest eines Mannes, der sich durch das Schreiben eine eigene Wirklichkeit erschafft und diese für die tatsächliche erklärt. Die skizzierte Liebesgeschichte spielt in einer uneindeutigen, wahnhaften Wirklichkeit.
Thomas Palzer

Thomas Palzer

Thomas Palzer
*1956, Studium Philosophie und Neuere deutsche Literatur in München und Wien, journalistische, essayistische und literarische Veröffentlichungen. Lebt als Schriftsteller, Autor und Filmregisseur in München.

Soeben erschienen:
Timo Kölling : Ernst Jünger und die Nichtvergesslichkeit. Der Autor als Schrift.
Hagen-Berchum : Eisenhut Verlag, 2011, 68 Seiten, ISBN 978-3-942090-15-5, 9,90 EUR

(= Bibliotope. Hg.v. Tobias Wimbauer, Band 4)

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Die am besten gehüteten Geheimnisse sind bekanntlich jene, die nicht geheim gehalten zu werden brauchen, weil sie sich von alleine verbergen. Ein solches Geheimnis ist Ernst Jüngers Lehre von der Gestalt. Je lauter ihr Botschafter von ihr sprach, desto tiefer verbarg sich ihr Sinn. Der vorliegende Essay sucht – und findet – den Schlüssel zu ihr in zwei sehr menschlichen Eigenschaften: dem Vergessen und der Lüge. Als Ernst Jünger auf die 100 zuging, behauptete er, einen Text vergessen zu haben, der zu den wichtigsten seines ganzen Werkes gehört: „Über die Linie“. Er konnte ihn aber gar nicht vergessen haben, denn Jünger war eine Gestalt, und Gestalten vergessen nichts. Sie sind die lebendigen Archive aller ihrer Hervorbringungen und haben sich schon in Schrift verwandelt, wenn ihre Mitmenschen noch glauben, sie hätten es mit Wesen aus Fleisch und Blut zu tun.

Kölling: Ernst Jünger

Kölling: Ernst Jünger

Timo Kölling, *1978, ist in Porta Westfalica aufgewachsen und lebt als freier Autor in Frankfurt am Main. Seine – für ihn eng miteinander verbundenen und sich gegenseitig befruchtenden – Arbeitsschwerpunkte sind Lyrik und Philosophie. Bislang liegen drei Gedichtbücher vor: „Begegnungen in Weiss“ (2001), „Versuch eines Winters“ (2003), „Gebete aus Stein“ (2007). 2006 veröffentlichte er den ersten Band einer auf drei Bände konzipierten philosophischen Arbeit mit dem Titel „Tradition und Transzendenz“. Nach langjähriger Beschäftigung mit dem Werk Leopold Zieglers erhielt Timo Kölling im Jahr 2007 ein Arbeitsstipendium der Leopold-Ziegler-Stiftung. Timo Köllings Blog

Timo Kölling

Timo Kölling

In der FAZ vom 8. Juli 2011 wird unser Titel „Vampyrologie für Bibliothekare“ wie folgt rezensiert:

Der Biss der Bücher
Der Blutdurst des Vampirs gilt als Chiffre für verdrängte Sexualität – Eric W. Steinhauer dagegen sieht eine andere Leidenschaft am Werk: die Bibliolatrie, die übertriebene Liebe zu Büchern. Als Dezernent einer Universitätsbibliothek weiß der Autor, wovon er spricht. Seine „Vampyrologie für Bibliothekare“ ist als launige Halloween-Vorlesung verfasst, verfolgt jedoch einen ernsthaften medientheoretischen Gedanken: Sie zeigt die Geburt des Vampirs aus dem Geist der Fußnote. Zwar beruhte der im 18. Jahrhundert geführte wissenschaftliche Diskurs über untote Blutsauger auf dubiosen Exhumierungsprotokollen, diese jedoch machten den Vampir „durch beglaubigte Aktenexistenz zitabel“, wie Steinhauer schreibt. Der Vampir sei „die Infektion seiner eigenen Theorie“ (Klaus Hamberger). Die Schauerbelletristik habe den Virus weitergetragen, indem sie die reale Fachliteratur zitiert. Auch Bram Stokers Vampirjäger Van Helsing bezieht sein okkultes Wissen nicht aus der Praxis, sondern aus der Bibliothek. Steinhauer krönt seinen Essay, indem er die Bücher selbst als gierige Untote enttarnt: „Sie mästen sich an der Lebenszeit ihrer Opfer.“ Seine warnenden Schilderungen matter, graugesichtiger Bibliothekare zwischen staubigen Regalen kommen zu spät: Nach der Lektüre wirft man sich den Vampiren erst recht in die Arme. (Eric W. Steinhauer: „Vampyrologie für Bibliothekare“. Eine kulturwissenschaftliche Lektüre des Vampirs. Eisenhut Verlag, Hagen 2011. 101 S., br., 12,90 [Euro].)
fxe [Felix Johannes Enzian]
Text: F.A.Z., 08.07.2011, Nr. 156 / Seite 34

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Eric W. Steinhauer prüft seine Vampyrologie auf der Verlagsterasse

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